Die Sache mit dem Heidkärl


 

Wenn die alteingesessenen Benninghofer heute von ihrer "alten Burg" sprechen, dann erzählen sie dann und wann die Sage vom "Heidkärl". Der soll eigentlich der erste richtige "Henning" gewesen sein. Aus dem Lohgrunde kam er und ließ dort seinen Karren, Vieh, alles Hab und Gut nebst Weib und Kind zurück, um in Benninghofen nach einer Stätte für seine "Husstie" (Hausstelle) Ausschau zu halten.
Da fiel ihm ein sonderbares Tier auf, das einen langen klobigen Hinterleib hatte, den es wie eine Keule hoch erhoben hielt. Es tastete mit mächtigen Fühlern eifrig auf dem Boden herum und fing plötzlich an, mit den Beinen zu scharren, In dem Loch, das es grub, verschwand es bald und war nicht mehr zu sehen.
Heidkärl wartete nun und sah, wie das Tier durch Gras und Gestein eine Grenze zog. Heidkärls treuer Hund witterte den "Grenzzieher", dem er alsbald zu Leibe rücken wollte. Doch der Hund verstummte, spürte neugierig an der Grenze entlang und war zufrieden. Heidkärl nahm das als Zeichen hin: Hier sollte seine "Husstie" sein. Der Heidkärl, so erzählt die Sage, war also der erste "Benning". Und wie Maria Finkeldei in ihrem Buch "Die schönsten Sagen aus Dortmund" schreibt, soll der Heidkärl noch heute in Mondscheinnächten unter der mächtigen Kastanie die uralte, heilige Feuerstätte seiner "Husstie" bewachen.
Natürlich meint die Sage, dass Heidkärls erste Heimstatt die Gründung der Benninghofer Burg war. Das ehemalige Torhaus des Herrensitzes, das bis 1960 stand, nannten die alteingesessenen Benninghofer noch lange irrtümlich "ihre Burg".
Übrigens soll es nach einer noch älteren Sage, die aus dem Mittelalter stammt, ein goldenes Spinnrad in der Burggräfte gegeben haben, das Ritter Heinrichs Tochter Bele einst verflucht haben soll. Was aus ihr wurde, wird hier nicht verraten. Es ist im Sagen-Buch nachzulesen. (AHu)

aus der Chronik des Schützenvereines Benninghofen-Brücherhof-Loh