Benninghofen und Hörde

Benninghofen und Hörde sind im Stadtbezirk nächste Nachbarn. Straßennamen wie Alte Benninghofer Straße in Hörde und Hörder Kampweg in Benninghofen belegen die unmittelbare Nähe.
Deshalb hat die Hörder Zeitmarkierung, nämlich die Stadtrechtsverleihung durch Konrad von der Mark, auch Bedeutung für Benninghofen. Die entsprechende Urkunde für Hörde wurde im August 1340 gefertigt und überreicht; das war ein hoheitlicher Akt. Dabei war Ritter Konrad weder König noch Herzog und schon gar nicht Landesherr; er, der jüngste Sohn des regierenden Grafen von der Mark, gehörte dem niederen Adel an. Mit der Zustimmung des regierenden Grafen und auch des Kölner Erzbischofs verlieh er Hörde gültige städtische Rechte.
Am 7. Oktober 2007 wurde dieser feierliche Akt in Hörde zum 666. Male anschaulich wiederholt. Städtegründung durch niederen Adel war damals gar nicht so selten in territorial zersplitterten Gebieten mit gefährdeten Grenzen, wie es bei uns der Fall war.
Oft wurde aus den Städten solcher Art und Geschichte so recht nichts, weil die wirtschaftliche Basis zu schmal war. Hörde aber gedieh, denn die wirtschaftliche Basis Hördes war auch Benninghofen. Hörder Landbesitz und Hörder Waldrecht (Markgenossen) gab es in Benninghofen, wie Urkunden aus der Zeit vor 1340 bezeugen. In Benninghofen saßen Hörder Burgmannen; Land- und Weidewirtschaft schob sich von Hörde aus über Benninghofen in die Heide und in die Waldungen am Fuße des Ardeygebirges vor - Benninghofen war der fruchtbare Süden der märkischen, Dortmund zugewandten Grenzveste und Grenzstadt Hörde.

Dr. Fritz Hofmann