Rittergut Benninghofen


 

Geschichtliches über das Rittergut Benninghofen

Von den zum Kirchspiel Wellinghofen gehörigen sieben Rittersitzen sind heute nur noch Reste von Brünnighausen, Niederhofen und Benninghofen vorhanden. Wer die Burg Benninghofen erbaut hat, und wann sie gebaut wurde, ist unbekannt. Vor 1243 gehörte sie zur krummen Grafschaft, die ein Gerichtsbezirk der Limburger Grafen war. Der Name stammt wahrscheinlich vom "Hof des Benno" ab. Erste Erwähnung des Namens Benninghofen, Heinrich to Benninghowe lt.1286, Klarenberger Urkundenbuch. Laut Urkundenbuch No.59 lehnt Johann von Ryne das Besitzrecht ab, bezeichnet die Güter als Erbe der Töchter von Heinrich von Benninghofen, Sophie, Christine und Mechtilde.

Der Sohn des Johann von Ryne, Hermann von Ryne, tritt als Hermann von Benninghofen auf und ist ein Neffe des Albert Schliter Sluc von Geseke, genannt Benninghofen, der am 24. Juni 1359 alle Güter und Lehnsgerechtigkeiten an seinen Neffen verkauft und am 6. Januar 1360 seine bisherigen Lehnsleute Albert, Dietrich, Johann und Sophie von Benninghofen an diesen weist.

Am 11. Januar 1369 übergibt Graf Engelbert von der Mark alle Rechte der Güter des verstorbenen Heinrich von Benninghofen, käuflich den Töchtern desselben. Heinrich von Benninghofen war der Sohn des Rudolf von Benninghofen, der im Kampf um Burg Vollmarstein gefallen ist. Heinrich von Benninghofen heiratete Anna von Holtey. Gut Benninghofen war dem Ritter Gerhard von Hörde zehntpflichtet. Auch übte der Graf Dietrich von Limburg Vogteirechte, übertragen von dem Grafen von der Mark.

Heinrich von Benninghofen starb ohne männliche Erben und der große Landbesitz kam durch Heirat der Töchter an andere Herren. Haus Benninghofen fiel an die Familie Holtey, die schon im 14 Jahr- hundert auf dem benachbarten Rittersitz Broke (Bruch - Goy) saß. Die Benninghofener Linie der Holteys erlosch im Jahre 1580.

Im Jahre 1536 kam Benninghofen an die Familie Vittinghoff, (durch Heirat), genannt Schell. Der Bekannteste davon war Christhoffer von Schell zu Benninghofen. Georg Schell zu Rechen war ein Vetter des Christhoffer von Schell und beide zinspflichtig. Georg Schell war Hörder Rentmeister und Luthers Schüler. Der Sohn des Christoffer Schell war Friedrich von Schell und tritt als dessen Nachfolger auf, als Heinrich Ludwig von Schell. Männliche Nachkommen der Schells fehlen.

Eine Tochter des Hinrich Ludwig heiratete Ritter Reinhard Luther von Aldenbokum, wodurch Rittergut Benninghofen in dessen Besitz kam. Er starb am 23. September 1694. Die kinderlose Witwe vermachte das Gut der verwandten Familie von Neuhoff, genannt Ley vom Hause Pungelscheid. Aus diesem Hause stammt der Abenteurerkönig von Korsika. Er hieß Theodor Neuhoff und wurde 1686 auf Haus Pungel=Scheidt (Sauerland) geboren und wurde unter spanischen Diensten Offizier und Dolmetscher, später, am 15. April 1736 kurze Zeit König von Korsika. Er verließ Korsika im November 1736 und ging nach England, wo er völlig verarmt im Dezember 1746 im Schuldturm starb. Christian Hermann von Neuhoff, genannt Log auf Benninhofen starb am 15. September 1730. Seine Ehefrau Anna Hendrina vor Neuhoff, geb. Püngelscheidt starb 28 Jahre später am 3. Juni 1773 im Alter von 83 Jahren. Christian Hermann von Neuhoff hatte keine Erben und Haus Benninghofen kam auf den Sohn seiner Schwester, den Freiherrn Johann Christian August von Schütz. Er war Herr zu Issengarten, Brauerswend Altenberg und Erbherr des Rittergutes Benninghofen.

Am 14. August 1740 heiratete er das Erbfräulein Clara, Freifräulein Christine, Helena Marie Engel von Neuhoff zu Rauschenberg. Sieben Jahre später hat August von Schütz auf Haus Benninghofen residiert und starb am 10. November 1747 im Alter von 42 Jahren. Die Witwe vermachte das Gut ihrem Verwandten, dem General-Major Friedrich von Haus auf Gut Niederhofen. Unter dem Freiherrn von Haus war das Gut Benninghofen immer verpachtet. Schon 1782 wohnten darin Einlieger.

1814 bezog der in Diensten stehende Förster Franz Halbinghaus das Gut Benninghofen bis zum Jahre 1844. Im Jahre 1819 stand das Herrenhaus noch und es ist nicht festzustellen, wann es dem Abbruch verfiel.

Im Jahre 1822 erwarb der Landwirt Steffen vom 300 Jahre alten Steffenhof die Burg mit etwa 41 Morgen Land. Heute ist dieses Gelände, nachdem auch der Rest der Burg, das alte Torhaus 1960 abgebrochen wurde, ein großes Neubaugebiet. Nur einen uralten und mächtigen Baum ließ man aus Pietät stehen und dieser ist der letzte Zeuge der Ritterburg Benninghofen.

Streifzüge durch die Geschichte von Wellinghofen, von Otto Mikus, 2. Teil Dortmund 1934