Es war einmal...

als man Wölfe in tiefen Fallgruben fing

An keiner anderen Stelle in Nordrhein-Westfalen findet man eine Häufung von Ortsnamen mit der Endung –hofen. Berghofen, Wellinghofen, Wichlinghofen und auch unser Ort Benninghofen. Diese Endung deuten Heimatforscher als ein Indiz für eine gleichzeitige Besiedlung einer Gegend durch mehrere Höfe.
Zwischen 600 und 900 n. Chr. wurde ebenfalls das Wohn- und Wirtschaftsgut Niederhofen gegründet. Zum Schutz gegen Feinde umfloß der Heisterbach diese erste Siedlung in einer Gräfte (Graben) und staute sich dann in einer etwa 200 m langen Niederung. Im Winter war es ein Teich und in der Sommerzeit wurde es zu einem Bruch mit Sumpfgräsern und Buschwerk. Das war ein günstiger Schlupfwinkel für den seit Urzeiten gefährlichen aber auch scheuen Wolf. Aus diesem Grunde wurde das Gewässer schon bald Wolfsteich genannt.
Die Gräften boten später dem Gut Niederhofen keinen Schutz mehr. Der Teich wurde im Laufe der Jahrhunderte zu einer Wiese. Der Wolf verschwand aus unseren Breiten. Doch der Name des Teiches ist uns in Form des Flurnamens im Grundbuch und Kartaster erhalten geblieben.
Wo Meister Isegrim Siedlungen zu nahe kam wurde er von den Bewohnern gejagt. Etwa 1.000 Schritte vom Wolfsteich in Niederhofen entfernt, im Loh, liegen die Wolfskuhlen, zwischen dem Niederhofener Kohlenweg und dem Papenkamp. Wolfskuhlen waren tiefe, mit Ästen und Reisig bedeckte Fallgruben mit einer Klappe. Ein Köder in Form einer Ziege oder eines Schafes wurden in einer für den Wolf kaum erreichbaren Höhe an einen Pfahl gebunden. Das Jammergeschrei sollte den hungrigen Wolf anlocken. Beim Anspringen des Köders auf dem Pfahl brach der Wolf in die Grube ein und war gefangen.

In der Schlucht wo die Loher Wolfskuhlen lagen gab es nahe an der Oberfläche viele Flöze. Bei den ersten Versuchen diese Kuhlen auszuheben musste auch Kohle mit an die Oberfläche gefördert worden sein. Die Wolfskühler werden die Bedeutung des schwarzen Gesteins noch nicht erkannt haben. Aber in späterer Zeit wurden diese Wolfskuhlen zu Kohlenkuhlen umfunktioniert.
Hier bot sich für Kleinbauern und Gesinde ein guter Nebenverdienst an. Im Loher Kohlensiepen sind über die Jahre wohl 20 Schürfstellen entstanden. Der Wolf ist zu jener Zeit wohl längst ausgerottet gewesen.

Manchmal könnte man glauben die Wolfskuhlen leben in Ihrer Tradition weiter.....z.B. in Form von Schlaglöchern auf so mancher Nebenstraße im Loh.

von Matthias Erve